Humanistisches Selbstverständnis

Das "Humanistische Selbstverständnis", das der HVD im Jahre 2001 beschlossen hat, bildet die programmatische Grundlage für die Tätigkeit des HVD Thüringen. In diesem Dokument heißt es u.a.:

"Zweck des Verbandes ist die Förderung von Humanismus und Humanität auf weltlicher Grundlage. Der Verband ist der Überzeugung, dass ein moderner praktischer Humanismus im Kern darin besteht, dass Menschen ein selbstbestimmtes und verantwortliches Leben führen und einfordern, ohne sich dabei religiösen Glaubensvorstellungen zu unterwerfen.

Mit seinem Bekenntnis zu einem modernen praktischen Humanismus knüpft der HVD über den Einschnitt von II. Weltkrieg und Kaltem Krieg hinweg an ältere Traditionen des weltlichen Humanismus an. Gleichzeitig sieht er sich als Verband herausgefordert, diese Weltauffassung als eine lebendige gesellschaftliche Kraft in Deutschland neu zu etablieren.

Die Säkularisierung Deutschlands hat zu Beginn des 21. Jahrhunderts einen neuen Grad erreicht. Die im HVD zusammengeschlossenen weltlichen Humanistinnen und Humanisten wollen die Interessen und Bedürfnisse derjenigen Menschen aufnehmen und vertreten, die sich zu einer selbstbestimmten, nichtreligiösen, ethisch begründeten Lebensauffassung bekennen."

Der Mensch - das höchste Wesen für den Menschen

"Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist."

Karl Marx

 

Gesellschaftliche Grundlagen ethischen Handelns

"Dass wir Menschen ohne verbindliche ethische Richtlinien dastehen würden, wenn 'Gott' nicht existierte, ist selbst heute noch ein von Theologen gern verbreitetes Gerücht. [...]


Tatsächlich haben Menschen in der Geschichte immer wieder ihre historisch gewachsenen Wertvorstellungen als Gebote 'Gottes' ausgegeben und dadurch argumentativ unangreifbar gemacht, was meist mit fatalen gesellschaftlichen Konsequenzen verbunden war. Weil sich Menschen 'Gott' stets nach dem eigenen historischen Ebenbild schufen,
musste der Gott des Alten Testaments in erschreckender Permanenz Vernichtungskriege gegen generische Völker führen,
glaubten Christen bis in die jüngste Vergangenheit hinein, ihre heilige Pflicht vor 'Gott' bestünde darin, Juden als vermeintliche Gottesmörder zu verfolgen,
wurde nach den schrecklichen Erfahrungen der beiden Weltkriege in Europa [...] ein pazifistisch anmutender Gott der Nächstenliebe aus der theologischen Mottenkiste hervorgezaubert,
während die aktuelle amerikanische Version des Christengottes seinen Segen spendet für völkerrechtswidrige Kreuzzüge wider das sog "Böse" [...]

Es ist eine historisch unumstößliche Tatsache, dass die fundamentalen Rechte (insbesondere die Menschenrechte), die die Grundlage für eine moderne, offene Gesellschaft bilden, keineswegs den Religionen entstammten, sondern vielmehr in einem Jahrhunderte währenden säkularen Emanzipationskampf gegen die Machtansprüche dieser Religionen durchgesetzt werden mussten".

Michael Schmidt-Salomon: "Manifest des evolutionären Humanismus"


Humanismus muß praktisch sein

"Wenn der neue Humanismus eine echte Alternative zur Religion sein soll, so darf er nicht bloß Theorie bleiben, er muß praktisch werden.
Das bedeutet u.a., daß soziale Institutionen geschaffen werden müssen, die vom Geist des neuen Humanismus getragen sind.
Letztlich geht es jedoch um mehr, nämlich um eine evolutionäre Weiterentwicklung der Gesellschaft als Ganzes. So brauchen wir dringend eine neue, humanistische Ökonomie.
Wir brauchen nicht zuletzt auch eine neue humanistische Bildung, in der Wissen nachhaltig in den Köpfen erhalten bleibt."

Michael Schmidt-Salomon 

 

Zu unseren Traditionen

Der HVD Thüringen ist zwar ein noch sehr junger Verband, dennoch stellt er sich bewußt in eine Traditionslinie mit früheren freigeistigen Zusammenschlüssen:

  • dem am 16. Juni 1859 in Gotha gegründeten „Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands“;

  • dem am 10. April 1881 in Frankfurt/Main gegründeten linksliberalen „Deutschen Freidenkerbund“, zu dessen herausragendsten Vertretern der Gothaer Publizist Karl August Specht gehörte;

  • dem am 15./16. Dezember 1907 in Weimar gegründeten „Weimarer Kartell“, zu dessen Anliegen auch Frauenrechte und Sexualreformen zählten;

  • dem 1905 von Berliner Sozialdemokraten gegründeten „Verein der Freidenker für Feuerbestattung;

  • dem am 6. September 1908 in Eisenach gegründeten proletarischen “Zentralverein deutscher Freidenker”;

  • dem aus dem Zusammenschluß beider 1927 hervorgegangen „Deutschen Freidenker-Verband“ (DFV) unter Führung von Max Sievers und zu dessen herausragendsten Vertretern in Thüringen Anna und Walter Lindemann gehörten und dem

  • am 14. Januar 1989 gegründeten „Verband der Freidenker der DDR“ (VdF).

Zu unseren Traditionen zählen wir außerdem folgende Kulturorganisationen in der DDR:

  • die „Clubs der Intelligenz“ des Kulturbundes;

  • die „URANIA – Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse“ sowie

  • die „Ausschüsse für Jugendweihe“

Traditionspflege heißt für uns, daß wir uns dem Erbe der genannten Organisationen kritisch stellen und all das für unsere Arbeit übernehmen, was unserem „Humanistischen Selbstverständnis“ gerecht wird.



Informationen
Aktuelles
Termine
Freigeistiges Wort z. Sonntag
Humanistisches Leitbild
Positionen
Pressemitteilungen
Presseschau
Rezensionen
Ape, not Monkey
 
Newsfeeds
openpr.de
Google Buzz
Der HVD Thüringen
Vorstand
Arbeitsgruppen
Programmatisches
Satzung
Beitragsordnung
Mitglied werden
Spenden
HVD vor Ort
KV Eichsfeld
KV Eisenach
KV Erfurt
KV Gera
KV Jena
KV Weimar
KV Südthüringen
 
Angebote
Patientenverfügung
Humanistische Akademie Thüringen
Humanistische Feierkultur
Jugendweihe in Thüringen
Verbraucherberatung
Hotelrabatte
Partner und Links
Kontakt
Impressum
 
Mitgliederbereich